Kamine


Worum geht es hier eigentlich?

Um Gestank. Gestank aus sogenannten Kleinfeuerungsanlagen. Kurz: Kaminen. Sobald die kalte Jahreszeit beginnt, werden diese vermehrt in Betrieb genommen. Dies führt dazu, dass man ab Spätnachmittag/Abends Fenster teilweise nicht mehr öffnen kann, ohne deutlich spürbaren Abgasgeruch in die Wohnung zu bekommen. Dieser Geruch ist nicht nur deutlich spürbar, er ist auch objektiv messbar. Hierzu aber später mehr.

Die Situation hier im PinderPark ist einfach nur noch unerträglich. Einige wenige rücksichtlose Mitbürger verpesten die Luft und schädigen damit die Mehrheit und übrigens auch sich selbst.

Kamine? Heizt man heute nicht mit Öl/Gas oder Wärmepume?

Klar, niemand "heizt" mit Kaminen. Bedauerlicherweise wurden im sehr dicht bebauten PinderPark eine nicht geringe Anzahl an Reihenhäusern mit Kaminen ausgestattet und diese werden von einigen wenigen (!) Besitzern auch regelmäßig betrieben. Jeder aktive Kamin stößt Schadstoffe aus. Je mehr Kamine gleichzeitig betrieben werden, desto höher die Belastung insgesamt.

Wo sind denn die Quellen zu suchen?

Kaminöfen sind im PinderPark gut verteilt, aus meiner Sicht kommen wesentliche Belastungen aus dem westlichen/nord-westlichen Bereich. Im Regelfall kommt es zu West- oder Süd-West-Wind, die Abgase verteilen sich dann entsprechend weiter.

Meiner eigenen Erfahrung nach treten besonders hohe Belastungen in den unten markierten Bereichen auf.

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich Gebäude mit Kaminen (leicht von außen zu erkennen) markieren, um eine Übersicht möglicher Verursacher darstellen zu können.

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Betrifft das auch die RS und das Seniorenheim?

Klar, wenn in der Frühe Kamine aktiviert werden, zieht der Gestank auch Richtung Realschule. Die höchsten Belastungen treten jedoch am Abend auf. Ich wohne in Sichtweite des Seniorenheims und ja, dieses ist ganz sicher betroffen.

Kamine verbrennen doch Holz, das ist doch CO2-Neutral und damit umweltfreundlich, oder?

Quelle dieses Absatzes: UBA, https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/kaminofen#hintergrund

Idealerweise entstehen bei der Verbrennung von Holz nur Kohlendioxid, Asche und Wasser. Dieses Kohlendioxid trägt nicht zur Erderwärmung bei, falls nur so viel Holz verbrannt wird, wie nachwächst – denn dann binden nachwachsende Bäume und Sträucher das bei der Verbrennung entstandene Kohlendioxid. In der Praxis enthält Holz immer geringe Mengen Stickstoff-, Schwefel- und Chlorverbindungen. Dadurch entstehen bei der Verbrennung schädliche Stickstoff- und Schwefeloxide sowie Salzsäure. Zudem gelangt Staub in die Luft, zu über 90 Prozent als Feinstaub. Diese sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel, können beim Einatmen bis in die Lunge eindringen und so die Gesundheit beeinträchtigen. Bronchitis, die Zunahme asthmatischer Anfälle oder Belastungen für das Herz-Kreislauf-System können die Folge sein. Feinstaub steht außerdem im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Bei einer unvollständigen Verbrennung kann ferner giftiges Kohlenmonoxid und das klimaschädliche Methangas entstehen. Methangas trägt 21-mal stärker zur Erderwärmung bei als die gleiche Menge Kohlendioxid. Weitere Produkte einer unvollständigen Verbrennung sind organische Verbindungen, darunter auch Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (⁠PAK⁠) in Asche und Abluft sowie unangenehm riechende Verbindungen. Falls nicht erlaubte Brennstoffe eingesetzt werden – etwa mit Holzschutzmitteln oder Lack behandeltes Holz – können sogar hochgiftige ⁠Dioxine⁠ und Furane, gemeinhin als Seveso-Gifte bekannt, entstehen.

Ist der Gestank gesundheitsschädlich?

Quelle dieses Absatzes: UBA, https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020_heizen_mit_holz_bf.pdf

Feinstaub und Kohlenmonoxid sind im Gegensatz zu anderen Luftschadstoffen, die bei einer Verbrennung entstehen, geruchslos. Daher ist eine gesundheitlich bedenkliche Kohlenmonoxid- und Feinstaubkonzentration häufig so unsichtbar wie geruchlos. Die meisten Kohlenwasserstoffverbindungen hingegen, zu denen auch polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) gehören, die bei einer Verbrennung als unverbrannte Nebenprodukte entstehen, sind geruchstragende Schadstoffe, die durch unsere Nase wahrgenommen werden können. Einige dieser PAKs sind krebserregende, erbgutverändernd und/oder fortpflanzungsgefährdende Schadstoffe die gesundheitsschädlich sind. Daher sind Gerüche nicht notwendigerweise mit einer ungesunden Feinstaubkonzentration verbunden, aber mit wahrnehmbaren Konzentrationen unverbrannter Kohlenwasserstoffe, die gesundheitsschädlich sind. Ein pauschaler „Gesundheits-Abstand“ von Holzöfen lässt sich daher nicht angeben. Das gesundheitliche Risiko hängt maßgeblich von der Konzentration der Schadstoffe ab, die über den Schornstein in die Umgebung, in bestimmten Situationen aber auch in den Innenraum abgegeben werden (z.B. bei offener Ofentür in der Anfeuerungsphase oder bei Undichtigkeiten in der Abgasführung). In vielen Fällen kann davon ausgegangen werden, dass die gesundheitlich relevanten Schadstoffe auch mit der Emission von Verbrennungsgerüchen einhergehen

Was sagen denn die Verursacher?

In persönlichen Gesprächen kommen immer wieder ähnliche Argumente:

  • Alles nach Vorschrift...

  • Habe meinen Kamin doch teuer bezahlt...

  • Ist doch CO2 neutral...

  • Ich will meine Heizkosten senken...

  • Machen Sie Sie doch einfach Ihre Fenster zu, wenn Sie das stört...

Sind Dieselmotoren nicht auch Verursacher von Feinstaub?

Ja, sehr alte oder defekte Motoren können Feinstaub emittieren. Alle modernen Motoren der letzten 15 - 20 Jahren verfügen über Feinstaubfilter und daher nahezu "sauber".
Bezüglich Feinstaub ist die Luft z. B. an der Rothenburger Straße weitaus besser, als im PinderPark. Unglaublich, oder?

Was kann ich unternehmen, wenn in meine Wohnung Kamingestank gezogen ist?

Wenig.
Der Feinstaub und die Schadstoffe verbleiben in der Wohnung bis wieder mit sauberer Luft gelüftet wird. Die Halbwertszeit ist leider sehr hoch. HEPA Luftreiniger können zumindest den Feinstaub eliminieren.

Spürt man das auch körperlich?

Hierzu fragen Sie bitte Ihre Ärztin/Arzt, ich bin kein Mediziner. Ich persönlich spüre Auswirkungen in den Bronchien und bin mir sicher, dies wird durch Kaminemissionen verursacht.

Was kann man dagegen tun?

  • Sprechen Sie Ihre Nachbarn mit Kaminen aktiv darauf an.

  • Melden Sie Belästigungen an das Landratsamt: immissionsschutz@lra-fue.bayern.de

  • Setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung. Zusammen kann man ggf. mehr bewirken.

Kommt der Feinstaub tatsächlich größtenteils aus Kaminen?

Laut der Europäischen Umweltagentur (EEA) stammen Feinstaub und Rußpartikel größtenteils aus Feuerungsanlagen, hierzu gehören alle Arten, also auch Pelletöfen/kessel, Hackschnitzel​heizungen, aber auch Einzelraumfeuerungsanalgen (Kamine).

80% der Emissionen werden jedoch von eben den Kaminen erzeugt, sie sind daher besonders schädlich.

Wo finde ich weitere Informationen?

Die Deutsche Umwelthilfe informiert auf dieser Seite sehr umfangreich: Clean Heat

Das Umweltbundesamt informiert u. a. hier: UBA 

Initiativen: Feinstaub-Deutschland, ...